Auch im Jahr 2016 gibt es ein paar Änderungen. Neben der kleinen Erhöhung des Kindergeldes ist vor Allem die Einführung des „IdNr-Kontrollverfahren Kindergeld“ interessant. Hier hatte das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Familienkassen bereits mit Schreiben vom 05. Juni 2015 darüber informiert, dass dieses Verfahren ab dem 01.01.2016 für Familienkassen startet.

Was ist das IdNr-Kontrollverfahren Kindergeld?

StId-Nr wird zum Pflichtfelm im Kindergeldantrag

StId-Nr wird zum Pflichtfeld im Kindergeldantrag

Dieses Verfahren macht die Mitteilung der steuerlichen Identifikationsnummer (IdNr) zur Anspruchsvoraussetzung auf das Kindergeld. Damit müssen Antragsteller auf das Kindergeld ihre steuerliche Identifikationsnummer beim Neuantrag ab 2016 zwingend mit angeben. Gleichzeitig muss auch die steuerliche Identifikationsnummer des Kindes mit angegeben werden. Hierzu haben die Familienkassen ihre Antragsformulare entsprechend angepasst. In den vergangenen Versionen war nur ein ausfüllbares Feld für die ID-Nummern vorgemerkt. Bei den neuen Formularen, die bereits online sind, ist bereits vermerkt, dass die Angabe der steuerlichen Identifikationsnummern für den Antragsteller sowie das berechtigte Kind zwingend sind.

Mit der Einführung dieses Verfahrens will der Gesetzgeber sicherstellen, dass es zu keinen Doppelzahlungen von Kindergeld kommt, da die steuerliche Identifikationsnummer individuell und einmalig für jeden Bürger vergeben wird.

 
 

Steuerrechtliche IdNr

Wie beispielsweise die Sozialversicherungsnummer für alle sozialrechtlichen Angelegenheiten, dient die steuerliche ID-Nummer für alle steuerrechtlichen Angelegenheiten zur eindeutigen Identifizierung. Da es sich beim Kindergeld um eine steuerliche Ausgleichszahlung bzw. alternativ den Kinderfreibetrag handelt, muss diese angegeben werden.

Ist diese Nummer einmal vergeben, gilt sie ein Leben lang, unabhängig von Änderungen bei der Adresse, Arbeitgeber, Familienstand etc.

Bereits in 2008 hat das BZSt begonnen, diese Nummern zu versenden. Jedem in Deutschland gemeldetem Bürger wird eine solche Identifikationsnummer zugewiesen. Im Ausland lebende Personen, die nicht in Deutschland gemeldet aber steuerpflichtig sind, erhalten ebenfalls eine ID-Nummer.

Auch Geburten vor 2008 meldepflichtig

Obwohl die steuerliche-Identifikationsnummer erst im Jahr 2008 eingeführt wurde, muss diese auch trotzdem für Kinder älteren Jahrgangs (Geburten vor 2008) gemeldet werden.

Neugeborene und Zuwanderer

Bei Neugeborenen und neu zugezogenen Bürgern in die Bundesrepublik wird die steuerliche Identifikationsnummer automatisch vom BZSt verschickt, nachdem die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt erfolgte.

IdNr anfordern

Wer nicht mehr weiß, wo das Schreiben mit der Nummer abgelegt wurde, findet diese beispielsweise auch auf der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers oder auch auf den Einkommensteuerbescheiden. Alternativ kann diese auch beim Finanzamt erfragt werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen geht dies nur persönlich unter Vorlage von Ausweisdokumenten – telefonische Auskünfte hierzu wird das Finanzamt nicht machen. Zusätzlich kann auch ein Antrag auf erneute Zusendung der steuerlichen ID-Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern erfolgen. Hierzu können Sie das Formular des BZSt nutzen oder die Daten unter der Telefonnummer 0228/406-1240 telefonisch anfordern, die zur Wahrung des Steuergeheimnisses und aus datenschutzrechtlichen Gründen nur per Briefversand an die Meldeadresse geschickt wird. Zu beachten ist dabei, dass es zu Wartezeiten bis zu sechs Wochen kommen kann, bis die Nummer erneut zugeschickt wird.

Kind ohne deutsche Steuer-ID im Ausland

Wird für ein Kind keine steuerliche-ID Nummer vergeben, weil es beispielsweise im Ausland wohnt und auch gemeldet ist, obwohl ein Elternteil in Deutschland kindergeldberechtigt ist, muss eine andere geeignete Weise zur Identifizierung herangezogen werden, wie das BZSt in seiner Veröffentlichung schreibt. Hierzu eignen sich möglicherweise landesspezifische, individuelle Registriernummern.

 
 

Keine ID-Nummer mitgeteilt – kein Kindergeld?

Ob Kindergeld mit oder ohne steuerliche ID-Nummer gezahlt wird, hängt ganz vom Status des Antragstellers ab.

Bestehende Kindergeldansprüche

Für „Bestandskunden“, die bereits vor dem Jahreswechsel 2015/ 2016 Kindergeld erhalten haben gilt, dass diese die Identifikationsnummer beim nächsten Kontakt mit der Familienkasse (schriftlich!) mitteilen sollten. Es muss also nicht zwingend direkt am 01.01.2016 eine steuerliche ID-Nummer vorliegen – die Kindergeldzahlungen sind bei Nichtvorlage auch nicht gefährdet. Die Familienkassen werden es nicht beanstanden, wenn die Nummern im Laufe des Jahres gemeldet werden.

Bei aktuellen Anträgen (auch vor der Jahreswende) sollte schon darauf geachtet werden, dass die Steuer-ID für den antragstellenden Elternteil sowie das berechtigte Kind vermerkt wird. So wird es später nicht vergessen.

Streichung des Kindergeldes bei Nichtvorlage

Wird die steuerliche Identifikationsnummer trotz „Übergangsfrist“ nicht bis Ende des Jahres 2016 an die Familienkassen übermittelt, droht die Streichung der Leistungen sowie die Rückzahlung des gesamten Kindergeldes für das Jahr 2016.

Neuanträge

Bei Neuanträgen ab dem kommenden Jahr gilt, dass die steuerliche Identifikationsnummer zwingend auf dem Kindergeldantrag sowie auf der Anlage Kind vermerkt werden. Sollte die Nummer nicht genannt werden, verzögert sich die Auszahlung des Kindergeldes, da der Antrag nicht abschließend von der Familienkasse bearbeitet wird.

Für Neugeborene gilt, dass diese erst eine steuerliche Identifikationsnummer erhalten, wenn diese beim Einwohnermeldeamt in der elterlichen Wohnung gemeldet sind. Um hier keine Verzögerung bei der Auszahlung des Kindergeldes herbeizuführen, sollte die Meldung umgehend nach Vorliegen der Geburtsurkunde erledigt werden – erst dann nachErhalt der ID-Nummer der Kindergeld Antrag gestellt werden.

Familienkassen können IdNr auch automatisch abfragen

kindergeld_idnr_onlinedatenbankNeben der eigenen Meldung der IdNr der Kindergeld Berechtigten wird es weitere Möglichkeiten geben, wie die Familienkassen diese erhalten. So führt das BZSt ein maschinelles Anfrageverfahren zur Erhebung der IdNr nach § 139b Abgabenordnung (AO) für Bestandsfälle ein. Dazu werden die Familienkassen in der Lage sein, über einen elektronischen Zugang zum BZStOnlinePortal einen Datenabgleich zu machen. Hierzu werden von der Familienkasse in einem Anfragedatensatz

  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Adressdaten

übermittelt und mit den beim Bundeszentralamt für Steuern vorliegenden Daten nach § 139b Abs. 3 AO auf Übereinstimmung hin überprüft. Wenn sich diese decken, wird die IdNr in einem Antwortdatensatz an die Familienkasse übermittelt. Bei dem maschinellen Anfrageverfahren handelt es sich jedoch um ein freiwilliges Verfahren, welches die Familienkassen nicht verpflichtet, daran teilzunehmen.

Zudem werden Familienkasse die Möglichkeit haben, über eine eigens eingerichtete Oberfläche, die IdNr-Datenbank des Bundeszentralamtes für Steuern zu durchsuchen und die entsprechenden personenbezogenen Daten und IdNr zu ermitteln. Hierzu schreibt das BZSt, dass diese Daten dem Steuergeheimnis unterliegen und von den Familienkassen ausschließlich zweckgebunden, das Kindergeld betreffend, verwenden dürfen.

Kontakt zu den Familienkassen

Sollten Sie weitere Fragen zum Kindergeld haben, die auf dieser Seite nicht geklärt werden, können Sie sich direkt an Ihre Familienkasse wenden. Ein bundesweites Verzeichnis finden Sie unter: Familienkassen

Oder nutzen Sie die Service-Hotline der Familienkassen unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/4 5555 30 (aus dem Ausland gebührenpflichtig unter +49 911 12031010). Beide Telefonnummern stehen Ihnen von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 8.00 und 18.00 Uhr zur Verfügung

Weisung des Bundeszentralamtes an die Familienkassen vom 05.06.2015 zum Familienleistungsausgleich; IdNr-Kontrollverfahren Kindergeld – Start des Verfahrens für Familienkassen

St II 2 – S 0305-SE/15/00003-9 DOK 2015/589938 (PDF, 263 Kb)

Kindergeld Erhöhung 2016

Mitten im Jahr 2015 hat die Regierung beschlossen, dass die Kindergeld Höhe in zwei Stufen angehoben wird. So stieg das Kindergeld rückwirkend um 4 Euro zum 01.01.2015

  • von 184 Euro auf 188 Euro für das 1. und 2. Kind
  • von 190 Euro auf 194 Euro für das 3. Kind
  • von 215 Euro auf 219 Euro ab dem 4. Kind

Eine weitere Kindergeld Erhöhung (2. Stufe) kommt ab dem 01.01.2016 um weitere 2 Euro. So erhöht sich das Kindergeld ab 2016

  • von 188 Euro auf 190 Euro für das 1. und 2. Kind
  • von 194 Euro auf 196 Euro für das 3. Kind
  • von 219 Euro auf 221 Euro ab dem 4. Kind

Termine Kindergeldauszahlung 2016

Die neuen Termine für die Auszahlung des Kindergeldes finden Sie unter Kindergeldauszahlung 2016

Letzte Aktualisierung: 30.12.2015