Ein Anspruch auf Kindergeld ist für im Ausland lebende Deutsche nur unter engen Bedingungen vorhanden. Der § 1 BEEG begrenzt den anspruchsberechtigten Kreis auf Eltern, die

  • Beiträge zur (deutschen) Arbeitslosenversicherung leisten und somit in einem Versicherungspflichtverhältnis mit der Bundesagentur für Arbeit befinden oder
  • als Entwicklungshelfer oder Missionar im Ausland aufhalten oder
  • eine Tätigkeit nach dem Beamtenrecht im Ausland ausüben (zum Beispiel Diplomaten an einer deutschen Botschaft oder Mitarbeiter der NATO) oder
  • eine Rente nach den deutschen Vorschriften erhalten.

Ist eine dieser Voraussetzungen vorhanden, kann ein Kindergeldanspruch bestehen, sofern das oder die Kinder ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder Wohnsitz in Deutschland oder einem Mietgliedsstaat der Europäischen Union haben. Leben die Eltern zum Beispiel als Rentner in Thailand, so besteht der Kindergeldanspruch nicht, wenn auch das Kind in Thailand lebt.

Allerdings gibt es auch eine Ausnahme: leben die Eltern getrennt, hat der in Deutschland lebende Elternteil einen Kindergeldanspruch nach dem Einkommenssteuergesetz (§ 32 EStG), während der im Ausland lebende Elternteil einen Anspruch nach dem BKGG hat. Der Kindergeldanspruch nach dem EStG ist gegenüber dem nach dem BKGG vorrangig. Daher hat der im Ausland lebende Elternteil keinen eigenen Kindergeldanspruch, auch wenn alle sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind.