Häufig wird der Fehler gemacht und das Kindergeld mit dem Kinderzuschlag verwechselt, der auch gerne mal als Kindergeldzuschlag bezeichnet wird. Eins vorab: den Kindergeldzuschlag gibt es nicht – aber auch der Kinderzuschlag sowie das Kindergeld sind zwei verschiedene Leistungen, die man nicht durcheinander bringen sollte. Zu beachten ist, dass Kinderzuschlag zusätzlich zum Kindergeld gezahlt wird und jeweils zu den gleichen Überweisungsterminen an die Eltern ausgezahlt wird.

Anspruch auf Kindergeld

Grundsätzlich haben alle Eltern von minderjährigen Kindern einen Kindergeldanspruch, ohne weitere Voraussetzungen. Volljährige Kinder müssen sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden, damit die Kindergeldzahlungen weiter fließen. Näheres auch zu finden unter Kindergeld für Volljährige.

Anspruch auf Kinderzuschlag

Im Vergleich zum Kindergeld, bei dem es sich um eine steuerliche Ausgleichszahlung handelt, ist der Kinderzuschlag nach § 6a BKGG eine Sozialleistung. Den einzigen Zusammenhang, den die beiden Leistungen gemeinsam haben ist, dass für den Kinderzuschlag auch gleichzeitig ein Anspruch auf Kindergeld bestehen muss.

Ob ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, können Sie ganz einfach mit dem Kinderzuschlags-Check des Familienministeriums prüfen.

Schutz vor Hartz IV

Der Kinderzuschlag wurde zum 01.01.2005 zusammen mit den Hartz IV (Arbeitslosengeld II) Gesetzen eingeführt und soll Familien finanziell entlasten, bei denen die Eltern mit ihrem Einkommen ihren – aber nicht den Bedarf der Kinder – decken können. Im Prinzip soll der Kinderzuschlag also Familien davor bewahren, nur aufgrund der Kinder Hartz IV beantragen zu müssen. Der Vorteil ist, dass dem neben Kinderzuschlag auf Wohngeld bezogen werden kann. Reichen diese beiden Sozialleistungen aus, um den Bedarf der Familie zu decken, entfällt der Anspruch auf Hartz IV Leistungen.

Antrag bei der Familienkasse

Der Kinderzuschlag setzt zwingend einen Antrag voraus, der bei der zuständigen Familienkassen auf dem dafür vorgesehenen Vordruck und zusammen mit den benötigten Unterlagen eingereicht werden muss. Ein aktuelles Formular finden Sie hier zum Download: Kinderzuschlag Antrag (PDF).

Ihre zuständige Familienkasse mit allen Kontaktinformationen und Öffnungszeiten finden Sie auch  in unserer Datenbank unter Familienkassen.

WICHTIG: Der Antrag auf den Kinderzuschlag sollte unverzüglich gestellt werden, da der Kinderzuschlag nur ab dem Monat gezahlt wird, in dem der Antrag bei der Familienkasse eingereicht wurde. Grundsätzlich ist eine rückwirkende Antragstellung nicht möglich und ein Sonderfall, der in den §§ 6a BKGG in Verbindung mit § 28 SGB X geregelt ist.

Hierzu der Gesetzeswortlaut:

§ 6a Bundeskindergeldgesetz
(2) Der Kinderzuschlag beträgt für jedes zu berücksichtigende Kind jeweils bis zu 170 Euro monatlich. Die Summe der Kinderzuschläge bildet den Gesamtkinderzuschlag. Er soll jeweils für sechs Monate bewilligt werden. Kinderzuschlag wird nicht für Zeiten vor der Antragstellung erbracht. § 28 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch gilt mit der Maßgabe, dass der Antrag unverzüglich nach Ablauf des Monats, in dem die Ablehnung oder Erstattung der anderen Leistungen bindend geworden ist, nachzuholen ist.
§ 28 SGB X
Hat ein Leistungsberechtigter von der Stellung eines Antrages auf eine Sozialleistung abgesehen, weil ein Anspruch auf eine andere Sozialleistung geltend gemacht worden ist, und wird diese Leistung versagt oder ist sie zu erstatten, wirkt der nunmehr nachgeholte Antrag bis zu einem Jahr zurück, wenn er innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Monats gestellt ist, in dem die Ablehnung oder Erstattung der anderen Leistung bindend geworden ist. Satz 1 gilt auch dann, wenn der rechtzeitige Antrag auf eine andere Leistung aus Unkenntnis über deren Anspruchsvoraussetzung unterlassen wurde und die zweite Leistung gegenüber der ersten Leistung, wenn diese erbracht worden wäre, nachrangig gewesen wäre.
Ein rückwirkender Antrag auf Kinderzuschlag ist also in dem Fall möglich, wenn Antragsteller eine schriftliche und bindende Entscheidung über andere Sozialleistungen erhalten, die den Kinderzuschlag bisher ausgeschlossen haben und den Kinderzuschlag unverzüglich nach Ablauf des Monats rückwirkend beantragen, in dem die Entscheidung über die andere Sozialleistung eingegangen ist.

Höhe

Dabei wird der Kinderzuschlag seit 2017 von monatlich max. 170 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind gezahlt (160 Euro bis 31.12.2016) Der Kinderzuschlag hat also den Hintergrund, die Eltern vor Hilfebedürftigekit und vor dem Hartz IV Bezug zu schützen – in den sie nur durch die Kinder „hineinrutschen“ würden.

Bezugsdauer

Ursprünglich war eine Zahlung von höchstens 36 Monaten vorgesehen, jetzt wird der Kinderzuschlag so lange gezahlt, wie auch die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und auch Anspruch auf Kindergeld besteht – naturgemäß also längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes.

Allerdings soll der Kinderzuschlag zunächst immer nur für sechs Monate bewilligt werden und erfordert sodann einen Weiterbewilligungsantrag.

Voraussetzungen für Kinderzuschlag

Mindesteinkommen

Damit Eltern für ihre Kinder den Kinderzuschlag erhalten können, müssen sie die Mindesteinkommensgrenzen erfüllen, diese liegen für Alleinerziehende bei 600 Euro und bei gemeinsamen Elternpaaren bei 900 Euro.

Höchsteinkommen

Die zweite Grenze ist die Höchsteinkommensgrenze beim Kinderzuschlag. Dies bedeutet, dass das Gesamteinkommen sowie Vermögen der Familie die Grenzwerte der Hartz IV Leistungen nicht überschreiten dürfen. Dabei liegt der Hartz IV Regelsatz für einen Alleinstehenden ab 01.01.2018 bei 416 Euro zuzüglich der angemessenen Wohnkosten. Handelt es sich um zwei Elternteile, so beträgt der Wert jeweils 374 Euro. Für Kinder gelten die Sätze 240 Euro bis 5 Jahren, 296 Euro bis 13 Jahren und 316 bis 17 Jahren.

Einkommen der Kinder

Verfügt das Kind oder die Kinder, für die der Kinderzuschlag beantragt wurde, bereits über eigenes Einkommen (Kindesunterhalt zählt hier dazu!), so wird dieses direkt mit dem auszuzahlendem Betrag verrechnet. Verfügt also ein Kind über ein Einkommen von mehr als 170 Euro, so erlischt der Anspruch auf den Kinderzuschlag für dieses Kind.

WICHTIG: Die Einkommensanrechnung der Kinder erfolgt individuell je Kind. Hat also beispielsweise Kind 1 ein Einkommen von 250 Euro und Kind 2 nur nur 70 Euro, würde für Kind 1 kein Kinderzuschlag mehr gezahlt, für Kind 2 noch 100 Euro. Die Einkommen der Kinder werden also nicht summiert auf den Gesamtanspruch angerechnet.

Aber: Ein gleichzeitiger Bezug von Hartz IV bzw. Sozialgeld und Kinderzuschlag ist nicht möglich!

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.arbeitsagentur.de/
http://www.kindergeld.info/kinderzuschlag.html

Letzte Aktualisierung: 25.02.2018