Was versteht man unter dem Begriff “Zählkinder”?

Geschwister-Kinder

Zählkinder bewirken beim Kindergeld ein Aufrutschen in der Staffelung der Höhe

Als Zählkinder bezeichnet man bei der Festsetzung des Kindergeldes Kinder aus einer anderen Beziehung, die bei einem Elternteil zu berücksichtigen sind, ohne dass dieser das Kindergeld hierfür erhält. Zählkinder haben die Wirkung, dass jüngere (Halb-) Geschwister in der Kindergeldhöhe aufrutschen, da das Kindergeld nach Anzahl und Alter der Kinder gestaffelt ist.

Ein Kind, für das ein Elternteil einen Kindergeldanspruch hat, wird als Zählkind bezeichnet. Der Vorteil liegt also darin, dass ein höheres Kindergeld ausgezahlt wird, da die Anzahl der Kinder rechnerisch höher gesetzt wird. Dieser Vorteil gilt aber nur bei einer entsprechenden Anzahl von Kindern und beschränkt sich auf höchstens vier Kinder.

 
 

Der Zählkindvorteil kann wegen Verletzung der Unterhaltspflicht nicht an das Zählkind abgezweigt werden. Auch kann das Kindergeld für Zählkinder nicht gepfändet werden.

Kindergeld erhält immer das Elternteil, bei dem das Kind überwiegend lebt. Kindergeld ist nicht zwischen den Eltern teilbar. Die Reihenfolge der berücksichtigten Kinder bei den Kindergeldberechtigten ergibt sich aus der Geburtenfolge.

Beispiel:

Ein Paar hat drei gemeinsame Kinder. Eine weitere Tochter des Mannes lebt bei ihrer
leiblichen Mutter und deren neuen Partner. Die Mutter ist somit berechtigt und kann den Kindergeldantrag stellen.

Beantragt nun der Mann das Kindergeld für die drei gemeinsamen Kinder, zählt in der Berechnung auch die Tochter als erstes Kind mit. Dadurch erhält er für die drei anderen Kinder 589,00 Euro (184 € + 190 € + 215 €). Der Mann profitiert also von einem höheren Betrag durch die Staffelung des Kindergeldes.

Das älteste Kind zählt immer als erstes Kind, solange es Anspruch auf Kindergeld hat.

Fällt das Kindergeld für das erste Kind weg, verringert sich der Betrag des Kindergeldes aufgrund der Staffelung.

Nutzen Sie den Kindergeldrechner, um die Höhe des Kindergeldes zu berechnen.

Zusammenhang von “Zählkindern” und Unterhaltszahlung

Bei Trennung oder Scheidung haben minderjährige Kinder sowie in Ausbildung stehende Volljährige ein Recht auf Unterhalt. Auch wenn sie noch zur Schule gehen oder in der Ausbildung sind haben sie einen Anspruch auf Unterhaltsleistungen.

Ein Zählkindvorteil steht mit der Anrechnung des Kindergeldes im Kindesunterhalt im Zusammenhang. Der Anspruch auf Unterhalt verringert sich um den halben Kinderfreibetrag. Der Zählkindvorteil kann bei der Berechnung des Unterhaltes keine Anwendung finden.

Werden Zählkinder beim Kinderfreibetrag berücksichtigt?

Aufgrund einer Günstigerprüfung durch das Finanzamt erhalten Eltern für ihre Kinder entweder Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Dieser lohnt sich jedoch nur bei Besserverdienenden. Hier liegt der Freibetrag pro Kind bei 4368 Euro. Hinzu kommt noch
ein Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf in Höhe von
2640 Euro.

Bei Geltendmachung des Freibetrages im Rahmen der Einkommenssteuerveranlagung ergibt sich der Vorteil durch Zählkinder aber nicht, da Kinderfreibeträge immer konstant sind.

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