Kindergeld Antrag Formular

Der Kindergeldantrag erfolgt schriftlich mit
dem dafür vorgesehenen Formular/ Vordruck

Wer seinen Kindergeldanspruch geltend machen möchte, muss einen schriftlichen Kindergeldantrag bei der Familienkasse einreichen. Dabei richtet sich die Zuständigkeit der Familienkasse nach der Agentur für Arbeit, die für den Wohnort des Antragstellers zuständig ist. Eine Auflistung aller Kindergeldkassen finden Sie in der Rubrik Familienkassen.

Beschäftigte im öffentlichen Dienst müssen das Kindergeld dagegen beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle beantragen. Gemäß § 67 EStG setzt der Antrag die Schriftform voraus.

Zeitpunkt des Kindergeldantrags, Rückwirkung, Gültigkeit

Bei der Antragstellung sollte mit einer Bearbeitungsdauer von ca. 1 bis 1,5 Monaten ausgegangen werden. Um die Bearbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten und schnellstmöglich die Kindergeldzahlungen zu erhalten, ist es empfehlenswert, den Antrag auf das Kindergeld rechtzeitig zu stellen. Bereits vor der Geburt kann der Antrag abgegeben werden, Wirksamkeit erhält er aber erst, wenn die Geburtsurkunde nach der Geburt nachgereicht wird. Das Kindergeld wird ab dem Monat der Geburt gewährt, auch wenn die Antragstellung möglicherweise später erfolgt.

Das Kindergeld wird für jeden Monat gewährt, in dem zumindest für einen Tag des Monats die Voraussetzungen vorlagen.

Beispiel: Wird das Kind am 31.05. geboren, so erhalten die Eltern dennoch für den gesamten Mai das Kindergeld in voller Höhe.

Für minderjährige Kinder gilt dies ohne weitere Voraussetzungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Ab Eintritt der Volljährigkeit müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden, die Sie unter „Kindergeld für Volljährige“ nachlesen können.

Seit 2016 muss die Steuer-Identifikationsnummer des Antragstellers sowie des berechtigten Kindes im Formular KG1 und der Anlage Kind zu KG1 angegeben werden!

Verjährung von Kindergeld

Der Kindergeldanspruch verjährte bis zum 31.12.2017 erst nach dem Ablauf der Festsezungsfrist von vier Jahren (§ 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO) – somit  konnte das Kindergeld für das laufende Jahr und bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Es war ausreichend, dass der Antrag innerhalb dieser Frist gestellt wurde, da dieser die Verjährung hemmte. Das Kindergeld wurde dann auch nach Ablauf dieser vier Jahre gezahlt.

Wurde das Kind beispielsweise in 2013 geboren, so endete die Verjährungsfrist zum 31.12.2017. 

Ab 01.01.2018 neue Fristen zur rückwirkenden Auszahlung

Ab dem Jahr 2018 verkürzt sich die rückwirkende Auszahlungsfrist für das Kindergeld von bisher vier Jahren auf sechs Monate.  Dabei bezieht sich diese Frist nur auf die Auszahlung, nicht auf den Kindergeldanspruch selbst. Auch wenn seitens der Familienkasse festgestellt wurde, dass ein Kindergeldanspruch rückwirkend über den sechs-Monats-Zeitraum bestand, so wird die Familienkasse dennoch nur für die vergangenen sechs Monate ab Antragseingang auszahlen und im Bescheid darauf hinweisen.

Die Änderungen traten nach Artikel 7 Nrn. 6 c und 7 des Steuerumgehungsbekämpfungsgesetzes vom 23. Juni 2017 (BGBl. I S. 1682) ein, die § 66 EStG seit 01. Januar 2018 um den Absatz 3 ergänzen:

„Das Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.“

Dies hat zur Folge, dass zwar die Anträge auch wie bisher berücksichtigt werden (Festsetzungsverfahren), jedoch eine Auszahlung auf sechs Kalendermonate vor Eingang des Antrags bei der Familienkasse erfolgt (Erhebungsverfahren).

Weitere Informationen zum Familienleistungsausgleich des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt) finden Sie hier

Entsprechende Antragsformulare zum Download finden Sie nachstehend:

Grundsätzlich enthält der Kindergeldbescheid eine Befristung, ein Datum, an dem der Anspruch endet, mindestens bis zum 18. Lebensjahr. Unabhängig davon wird das Vorhandensein der Voraussetzungen in regelmäßigen Abständen während der Gewährung geprüft. Die Familienkasse prüft, ob die Kinder noch im Haushalt leben, sich im Inland aufhalten, die Schul- oder Berufsausbildung oder das Studium noch andauern. Diesbezüglich sind die Berechtigten zur Mitwirkung hinsichtlich der Angaben verpflichtet, siehe auch Meldepflichten.

Darüber hinaus sind die Anspruchsberechtigten gemäß § 68 EStG verpflichtet, Änderungen ihrer Verhältnisse mitzuteilen, da sonst Rückzahlungen und strafrechtliche Folgen drohen.

Beizufügende Unterlagen

Für die positive Bescheidung des Kindergeldantrags sind Nachweise für das Vorhandensein des Kindes und für das Kindschaftsverhältnis zu der Person, die das Kindergeld beantragt, erforderlich. Ist die Geburt eines Kindes der Anlass für den Kindergeldantrag, muss dem Antrag die Geburtsurkunde bzw. eine Geburtsbescheinigung beigefügt werden. Muss später nach der Geburt das Vorhandensein des Kindes belegt werden, ist eine schriftliche Erklärung abzugeben, dass das Kind zum Haushalt des Anspruchsberechtigten gehört (Haushaltsbescheinigung Kg3a).

Steuer-Identifikationsnummer seit 2016 Pflicht

Wie bereits oben beschrieben, muss bei Kindergeldanträgen seit dem 01.01.2016 zwingend die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) der Eltern sowie des Kindes im Antrag angegeben werden.

Volljährige Kinder

Für den Bezug von Kindergeld für volljährige Kinder müssen entsprechende zusätzliche Unterlagen beigebracht werden, die belegen, dass sich das Kind in einer Ausbildung bzw. Studium befindet. Hierzu zählen insbesondere

  • Schulbescheinigung (KG5a)
  • Ausbildungsbescheinigung (KG5b)

oder Immatrikulationsbescheinigung für Kinder im Studium. Hat das Kind weder einen Ausbildungs- noch einen Arbeitsplatz, so ist die Mitteilung Kg11a für Kinder ohne Arbeit beim Kindergeldantrag beizufügen.

» Kindergeld in Ausbildung

volljähriges Kind mit Behinderung

Wird für behinderte Kinder Kindergeld bezogen, ist ein amtlicher Nachweis der Behinderung in Form eines Behindertenausweises, eines Feststellungsbescheids des Versorgungsamtes oder eines Rentenbescheids erforderlich.

Form des Antrags – Schriftform und Online

Zumindest das Ausfüllen und Bearbeiten des Antrags ist sowohl schriftlich als auch online möglich. Die entsprechenden Formulare können Sie hier oder auf der Internetpräsenz der Agentur für Arbeit abrufen. Antragsteller können sie dann am Computer zu Hause ausfüllen und elektronisch, ohne sie auszudrucken, bearbeiten.

Formulardienst der Familienkassen

Grundsätzlich ist für die Kindergeldanträge zwar Schriftform erforderlich, das heißt, sie müssen eigenhändig unterschrieben werden. Jedoch kann die für die Schriftform erforderliche eigenhändige Unterschrift grundsätzlich durch eine elektronische Signatur dem Signaturgesetz entsprechend ersetzt werden. Dies hat die Agentur für Arbeit in ihrem Onlineservice jedoch noch nicht endgültig eingeführt. 

Antragsberechtigte

Anspruchsberechtigte bezüglich des Kindergeldes sind grundsätzlich nicht die Kinder, sondern die Erziehungsberechtigten, also die Eltern. Daneben haben auch Pflegeeltern, Adoptiveltern oder Großeltern einen Kindergeldanspruch. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass der Berechtigte seinen Wohnsitz oder zumindest gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und das Kind, für das er Kindergeld beantragt, in seinem Haushalt aufgenommen hat. Weitere Einzelheiten zu Anspruchsberechtigten unter: Kindergeldanspruch

Kindergeldkasse – Zuständige Behörde

Zuständig ist die Familienkassen der Agentur für Arbeit für die Stadt oder Gemeinde des Antragstellers (Sie können die Adresse Ihrer Behörde in unserer Liste der Familienkassen finden). Diese prüfen den Antrag, teilen eine Kindergeldnummer zu und erlassen einen Kindergeldbescheid. Bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst/ Beamten wird das Kindergeld durch die Vergütungs- bzw. Besodlungsstelle ausgezahlt.

Übersicht aller Familienkassen

Letzte Aktualisierung: 05.11.2018