Kindergeld Antrag Formular
Der Kindergeldantrag erfolgt schriftlich mit
dem dafür vorgesehenen Formular/ Vordruck

Wer seinen Kindergeldanspruch geltend machen möchte, muss einen schriftlichen Kindergeld Antrag bei der Familienkasse stellen. Dabei richtet sich die Zuständigkeit der Familienkasse nach der Agentur für Arbeit, die für den Wohnort des Antragstellers zuständig ist. Eine Auflistung aller Kindergeldkassen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Beschäftigte im öffentlichen Dienst (Beamte etc.) müssen dagegen beim Dienstherren bzw. der Vergütungsstelle Kindergeld beantragen. Gemäß § 67 EStG setzt der Antrag die Schriftform voraus.

Das Wichtigste zum Kindergeldantrag in Kürze

Welche Unterlagen zum Kindergeldantrag benötigt?

Bei minderjährigen Kindern reichen im Regelfall die Geburtsurkunde des Kindes sowie die Steueridentifikationsnummern des beantragenden Elternteils sowie des Kindes (beim Neuantrag). Bei volljährigen Kindern wird zusätzlich noch eine Schul- oder Praktikumsbescheinigung benötigt.

Wo bekomme ich das Formular für Kindergeld?

Grundsätzlich können Sie das Antragsformular (KG1) bei ihrer zuständigen Familienkasse erhalten. Darüber hinaus können die Antragsformulare auch online heruntergeladen werden. Diese finden Sie direkt unter Formulare für den Antrag oder bei der Agentur für Arbeit.

Kann Kindergeld online beantragt werden?

Sie können sowohl schriftlich als auch online Kindergeld beantragen. Die Formulare für den Kindergeld Antrag finden Sie hier.

Wann und wo Kindergeld beantragen?

Beim Kindergeld Antrag sollte mit einer Bearbeitungsdauer von ca. 1 bis 1,5 Monaten ausgegangen werden – dies variiert je nach Auslastung der zuständigen Familienkasse. Um die Bearbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten und schnellstmöglich die Kindergeldzahlungen zu erhalten, empfehlen wir, den Kindergeldantrag zeitnah nach der Geburt des Kindes bei der Familienkasse einzureichen.

Das Kindergeld wird ab dem Monat der Geburt gewährt, auch wenn die Antragstellung möglicherweise später erfolgt (bis zu sechs Monate) erfolgt. Dabei wird das Kindergeld für jeden Monat gewährt, in dem für mindestens einen Tag der Kindergeldanspruch bestand.

Beispiel: Wird das Kind am 31.05. geboren, so erhalten die Eltern dennoch für den gesamten Mai das Kindergeld in voller Höhe.

Ist das Kind, für das ein Kindergeldantrag gestellt werden soll schon volljährig, muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen erfüllt werden, die Sie unter “Kindergeld für Volljährige” nachlesen können.

Wichtig: Seit 2016 ist die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) des Antragstellers als auch des Kindes, für das Kindergeld beantragt wird, Pflicht. Damit will der Gesetzgeber doppeltes Beantragen des Kindergeldes vermeiden.

Formulare für den Kindergeld Antrag

Kindergeld Antrag Schema Anspruch Auszahlung Familienkasse

Der Kindergeldantrag besteht aus mehreren Formularen, je nachdem welche Bescheinigungen notwendig sind, um den Kindergeldanspruch nachzuweisen. Die wichtigsten Vordrucke (folgend als PDF Download) für den Antrag sind aber – da sie grundsätzlich immer bei der Familienkasse eingereicht werden müssen:

Weitere Formulare und Vordrucke zum PDF Download – auch in anderen Sprachen – finden Sie auf der Formularseite unter Kindergeld Formulare

Kann man Kindergeld rückwirkend beantragen?

Ja, das Kindergeld kann auch rückwirkend beantragt werden, und zwar insgesamt vier JahreWurde das Kind beispielsweise in 2017 geboren, so endet die Verjährungsfrist des Kindergeldanspruchs zum 31.12.2021. 

Allerdings verkürzte sich seit 2018 die rückwirkende Auszahlungsfrist für das Kindergeld von bisher vier Jahren auf sechs Monate.  Dabei bezieht sich diese Frist nur auf die Auszahlung, nicht auf den Kindergeldanspruch selbst. Auch wenn seitens der Familienkasse festgestellt wird, dass ein Kindergeldanspruch rückwirkend über den sechs-Monats-Zeitraum besteht, wird das Kindergeld dennoch nur rückwirkend für die vergangenen sechs Monate ab dem Monat des Kindergeldantrags ausgezahlt und der Antragsteller im Bescheid darauf hinweisen.

noch einmal in Kürze:

  • Kindergeldanspruch rückwirkend 4 Jahre
  • Kindergeldauszahlung rückwirkend nur 6 Monate

Die Frist für die rückwirkende Auszahlung des Kindergeldes resultiert aus Artikel 7 Nr. 6 c und 7 des Steuerumgehungsbekämpfungsgesetzes vom 23. Juni 2017 (BGBl. I S. 1682), die § 66 EStG seit 2018 um Absatz 3 ergänzen:

“Das Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld eingegangen ist.”

Wichtig: § 66 EStG wurde in der aktuellen Form des Einkommenssteuergesetzes wieder aufgehoben. Laut Informationen der Bundesagentur für Arbeit gilt die sechsmonatige Frist für rückwirkende Kindergeldanträge jedoch weiterhin (Stand: 09.12.2020).

Verjährung des Kindergeldanspruchs

Der Kindergeldanspruch verjährt nach Ablauf der Festsetzungsfrist von vier Jahren (§ 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO) – somit kann das Kindergeld für das laufende Jahr sowie bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden. Es war ausreichend, dass der Antrag innerhalb dieser Frist gestellt wurde, da dieser die Verjährung hemmte. Das Kindergeld wurde dann auch nach Ablauf dieser vier Jahre gezahlt.

Der Kindergeldanspruch verjährt erst nach vier Jahren, was bedeutet, dass zwar die Anträge auch wie bisher berücksichtigt werden (Festsetzungsverfahren), jedoch die Kindergeldauszahlung auf sechs Kalendermonate vor Eingang des Antrags bei der Familienkasse erfolgt (Erhebungsverfahren).

Grundsätzlich enthält der Kindergeldbescheid eine Befristung, ein Datum, an dem der Anspruch endet, mindestens bis zum 18. Lebensjahr. Unabhängig davon wird das Vorhandensein der Voraussetzungen in regelmäßigen Abständen während der Gewährung geprüft. Die Familienkasse prüft, ob die Kinder noch im Haushalt leben, sich im Inland aufhalten, die Schul- oder Berufsausbildung oder das Studium noch andauern. Diesbezüglich sind die Berechtigten zur Mitwirkung hinsichtlich der Angaben verpflichtet, siehe auch Meldepflichten.

Darüber hinaus sind die Anspruchsberechtigten gemäß § 68 EStG verpflichtet, Änderungen ihrer Verhältnisse mitzuteilen, da sonst Rückzahlungen und strafrechtliche Folgen drohen.

Volljährige Kinder

Für den Bezug von Kindergeld für volljährige Kinder müssen entsprechende zusätzliche Unterlagen beigebracht werden, die belegen, dass sich das Kind in einer Ausbildung bzw. Studium befindet. Hierzu zählen insbesondere

  • Schulbescheinigung (KG5a)
  • Ausbildungsbescheinigung (KG5b)

oder Immatrikulationsbescheinigung für Kinder im Studium. Hat das Kind weder einen Ausbildungs- noch einen Arbeitsplatz, so ist die Mitteilung Kg11a für Kinder ohne Arbeit beim Kindergeldantrag beizufügen.

» Kindergeld in Ausbildung

Volljähriges Kind mit Behinderung

Wird für behinderte Kinder Kindergeld bezogen, ist ein amtlicher Nachweis der Behinderung in Form eines Behindertenausweises, eines Feststellungsbescheids des Versorgungsamtes oder eines Rentenbescheids erforderlich.

Form des Kindergeld-Antrags – Schriftform und Online

Das Ausfüllen und Bearbeiten des Antrags ist sowohl schriftlich als auch online möglich. Die entsprechenden Anträge können Sie unter Kindergeld Formulare abrufen. Kindergeld online beantragen können Sie zudem über die Bundesagentur für Arbeit. Hierbei handelt es sich jedoch nicht direkt um einen Online Antrag auf Kindergeld, sondern lediglich um das Ausfüllen der Formulare online, die sodann noch ausgedruckt, unterschrieben und per Post versendet werden müssen.

Sie können auch den Online Antragservice unseres Partners nutzen, bei dem der Druck und Versand automatisch erfolgen. Hier geht es zum Online Antrag Service

Formulare der Familienkassen

Grundsätzlich ist für die Kindergeldanträge zwar die Schriftform erforderlich, das heißt, sie müssen eigenhändig unterschrieben werden. Jedoch kann die für die Schriftform erforderliche eigenhändige Unterschrift grundsätzlich durch eine elektronische Signatur dem Signaturgesetz entsprechend ersetzt werden.

Online Services der Familienkassen

  • Online Antrag über die Webseite arbeitsagentur.de
  • zwischengespeicherte Formulare einsehen,
  • den Bearbeitungsstand Ihres Formulars einsehen,
  • Informationen zu Ihrem Kindergeldbezug abrufen,
  • Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen (beispielsweise Anschrift und Bankverbindung)

Antragsberechtigte – Wer kann Kindergeld beantragen?

Anspruchsberechtigtsind grundsätzlich nicht die Kinder, sondern die Erziehungsberechtigten. Neben der leiblichen Eltern haben auch Pflegeeltern, Adoptiveltern oder Großeltern einen Kindergeldanspruch. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass der Berechtigte seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und das Kind, für das er Kindergeld beantragt, in seinem Haushalt aufgenommen hat.

Weitere Einzelheiten zu Anspruchsberechtigten unter: Kindergeldanspruch

Kindergeldkasse – Zuständige Behörde

Zuständig ist die Familienkassen der Agentur für Arbeit für die Stadt oder Gemeinde des Antragstellers (Sie können die Adresse Ihrer Behörde in unserer Liste der Familienkassen finden). Diese prüfen den Antrag, teilen eine Kindergeldnummer zu und erlassen einen Kindergeldbescheid. Bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst/ Beamten wird das Kindergeld durch die Vergütungs- bzw. Besoldungsstelle ausgezahlt.

Gleichzeitig wickeln die Familienkassen die Auszahlung von Kindergeld und Kinderzuschlag ab. Wann diese ausgezahlt werden, sehen Sie unter Kindergeldauszahlung

Letzte Aktualisierung: 12.03.2021